Zu fest oder zu locker? Warum Standard-Toleranzen Nerven kosten können und wie Maßanfertigung hilft.
- Markus Rak
- 28. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Kennen Sie das? Sie nehmen den Farbtopf aus der Maschine, um ihn zu reinigen, und klack - der teure Rakelring fällt heraus, direkt in das Waschbecken oder schlimmer: auf den Boden.
Oder das Gegenteil? Der Ring sitzt so fest im Gehäuse, dass Sie ihn zum Wechseln, ohne Gewalt anzuwenden, kaum herausbekommen.
Beide Szenarien sind im Produktionsalltag frustrierend. Sie kosten Zeit, Nerven und oft bares Geld (z.B. dann wenn die Keramik bricht).
In diesem Beitrag zeigen wir, warum "Standard-Passungen" oft nicht ausreichen und wie wir durch präzise Anpassung den Arbeitsalltag unserer Kunden erleichtern.

Das Dilemma der Passung: Physik und Toleranzen
Ein Farbtopf-System funktioniert nur dann perfekt, wenn Grundkörper (Rakeltopf) und Rakelring (Keramik/Hartmetall) harmonieren. Doch hier treffen oft Welten aufeinander:
Unterschiedliche Materialien: Kunststoff oder Aluminium dehnen sich bei Wärme anders aus als Keramik.
Fertigungstoleranzen: Ein "90mm Ring" ist im Katalog 90mm. In der Realität entscheidet aber oft ein Hundertstel Millimeter darüber, ob er klemmt oder wackelt.
Praxis-Beispiel: Wenn der Ring beim Waschen herausfällt
Kürzlich wandte sich ein Kunde an uns, der ein spezifisches Problem mit seinen Original-Farbtöpfen (Kunststoff-Korpus) hatte.

Das Problem war nicht die Druckqualität, sondern das Handling beim Reinigen:
Der Hartmetall-Ring saß so locker im Gehäuse, dass er beim Auswaschen im Reinigungsraum ständig von alleine herausfiel.
Die Folgen: Hohes Risiko von Beschädigungen (Kantenbruch beim Aufprall) und Zeitverlust.
Der Wiedereinbau: Das Wiedereinsetzen war "fummelig". Der Ring verkantete leicht oder fiel wieder heraus, bevor der Topf montiert war. Das kostete die Mitarbeiter bei jedem Farbwechsel wertvolle Zeit.
Unsere Lösung: Maßanfertigung statt Standard
Wir haben dem Kunden zugehört und den Ring optimiert.
Analyse: Wir haben den Sitz im Kunststoffgehäuse im Ultraschallbad nachsimuliert.
Optimierung: Wir fertigten eine Serie von Ringen, deren Außendurchmesser minimal vergrößert wurde.
Ergebnis: Der neue Ring lässt sich immer noch von Hand einsetzen, hat aber nun einen sog. "Saug-Sitz". Er hält durch leichte Reibung sicher im Gehäuse - selbst wenn man den Topf beim Waschen umdreht.
Für den Kunden bedeutete diese kleine Anpassung: Keine herausfallenden Ringe mehr, schnelleres Nachrüsten, weniger Brüche.

Und wenn der Rakelring klemmt? (Der umgekehrte Fall)
Natürlich gibt es auch das Gegenteil: Der Rakelring sitzt so fest, dass er sich nicht wechseln lässt (oft bei Aluminium-Töpfen und Wärmeausdehnung). Auch hier ist die Ursache oft eine zu enge Toleranz ab Werk.
Anstatt den Topf mit dem Hammer zu bearbeiten (bitte nicht!), hilft oft:
Wärme: Den Alukörper erwärmen, damit er sich weitet.
Prävention: Auf Ringe von Tampo-Rings.eu wechseln, die wir mit einer Toleranz fertigen, die thermische Ausdehnung berücksichtigt.
Fazit: Geben Sie sich nicht mit "Wackeln" zufrieden
Egal ob Ihr Rakelring beim Waschen herausfällt oder beim Wechseln klemmt - das ist kein "Naturgesetz" des Tampondrucks. Es ist meist ein Zeichen für nicht optimale Toleranzen.
Bei Tampo-Rings können wir Rakelringe so fertigen, dass sie genau zu Ihren Töpfen passen.
Sitzt zu locker? Wir fertigen im Plus-Bereich.
Sitzt zu fest? Wir fertigen im Minus-Bereich.
Haben Sie Töpfe, die Ihre Mitarbeiter zur Verzweiflung bringen? Sprechen Sie uns an. Wir lösen das Passungsproblem.




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